entwurf_24APR2008
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Höhlentauchen auf Sardinien

Tauchbasis Protec Sardinia

Für Juni waren einige Tage zum Höhlentauchen eingeplant. Stefan hatte Urlaub und ich konnte meinen noch recht frei einteilen, also haben wir den Termin mal fixiert. Nach einigem hin und her haben wir uns dann darauf geeinigt, dass wir nach Sardinien fahren wollten. Leider war das keine Möglichkeit für Klaus, da er zu unserer Urlaubszeit und zur freien Kapazität der Tauchbasis keine Zeit hatte. Stefan und ich wollten aus unserem Höhlentauchtrip dann auch gleich den Haupturlaub mit Familie machen, sodaß wir unabhängig voneinander mit der Fähre und Wohnmobil bzw. Wohnwagen anreisten.

Wir trafen uns dann am 15. Juni am Campingplatz in Cala Gonone an der Ostküste im Golfo di Orosei.

Tags drauf sind Stefan und ich dann an die Basis Protec Sardinia, bei der wir uns vorab per mail angemeldet hatten und trafen dort auf Thorsten Wälde, der die Basis leitet. Wir unterhielten uns über unser geplantes Programm, sowie den prinzipiellen Ablauf und brachten später unser Equipment an die Basis und erledigten dann auch den Papierkram. Treffpunkt für den nächsten Morgen war um 9:00.

 

 

Erster Tauchtag – Cala Luna

Copyright Protec Sardinia

Pünktlich um 9:00 sind Stefan und ich dann an der Basis erschienen und haben den restlichen Staff von Toddy (Thorsten) kennengelernt. Zuerst gab es ein ausführliches Briefing durch Toddy, der uns das zu betauchende Höhlensystem skizzierte und erklärte, sowie nochmals darauf hinwies, dass er bei diesem ersten Tauchgang sowohl unsere Tauchfertigkeiten beurteilen wollte, als auch den gesamten Tauchgang begleiten wollte. Wir haben dann zusammen mit den restlichen Tauchgästen die Ausrüstung zuerst auf den Wagen und dann später im Hafen auf das Schlauchboot verladen, mit dem es Richtung Höhle ging. Die Höhle für den heutigen Tag war die Cala Luna, die vom Hafen aus in ca. 15 min mit dem Schauchboot zu erreichen ist.

Wir gingen zusammen mit Toddy ins Wasser wo wir die Predive Checks machten und gingen anschließend auf ca. 4m Tiefe im Freiwasser, wo Stefan und ich noch einen S-Drill und einen V-Drill machten, damit sich Toddy überzeugen konnte, ob alles funktioniert. Die eine oder andere Kleinigkeit war bei uns eingerostet, aber nach einer kurzen Verbesserung war alles in Ordnung und wir schwammen Richtung Höhle. Ich machte Team 1 (wobei mir Toddy die besten Möglichkeiten für Tieoffs zeigte) und Stefan Team 2, Toddy ging dann als Team 3 mit. Der Primary Tieoff wird im freien Meer gelegt, dann geht es durch eine Art Canyon in Richtung der eigentlichen Höhle. In diesem Bereich ist noch eine Auftauchmöglichkeit, bevor die Höhle richtig beginnt. Das war der perfekte Platz für den Secondary Tieoff und Toddy zeigte mir auch den dafür besten Platz. Bis zur Mainline ging es dann noch ca. 80m weiter durch diesen schmalen Canyon bis auf 8m Tiefe. Ich machte das Reel fest und wir schwammen voller Ungeduld in die Höhle weiter. Die Sicht war glasklar und die Wassertemperatur bei angenehmen 22 Grad, allerbeste Bedingungen also. Wir waren alle drei mit D12 und einer 80cuft Stage unterwegs und wollten bei diesem Tauchgang nur die Stage verwenden, da wir noch einen zweiten Tauchgang mit dem Rückenpacket machen wollten. Die Höhle selbst ist im vorderen Bereich, den wir betauchten, relativ dunkel aber geräumig und abwechslungsreich. Bereits nach einigen Metern gab es Jumps zu Seitengängen, die wir allerdings nicht betauchten und stattdessen an der Mainline blieben. Durch das Verlegen des Reels im Eingangsbereich hatte ich relativ viel Gas verbraucht und nach leider viel zu kurzer Zeit musste ich den Tauchgang beenden bzw. das Zeichen zur Umkehr geben. Wir sind dann gemütlich retour Richtung Ausgang gepaddelt und sind am Reel vorbei, das wir für den zweiten Tauchgang an der Leine ließen. Nach einem kurzen Stopp im Freiwasser sind wir dann aufgetaucht und an Bord gegangen, wo wir uns über unsere Mittagsjause stürzten.

 

Fertig zum Aufladen und Abtauchen ;-)

Toddy erkärte uns wir könnten den zweiten Tauchgang gerne alleine unternehmen, wenn wir möchten, was wir dann nach einer knappen Stunde Pause auch taten. Nach den obligatorischen Predive Checks ging es dann diesmal schneller voran, da wir das Reel bereits an der Mainline befestigt hatten und ohne Stage unterwegs waren. Wir sind mehrmals durch Haloclines geschwommen und konnten die Vermischung von Süß- und Salzwasser beobachten, bzw. wie durch unsere Bewegungen die beiden Wasserschichten durchmischt wurden und die Sicht sich in etwa so veränderte, als ob man die Maske abgenommen hätte. Obwohl wir ein deutliches Stück weiter kamen, als beim ersten Tauchgang, erreichten wir dennoch nicht das erste T in dieser Höhle, obwohl wir uns laut der Tiefe nicht mehr weit davon entfernt befunden hatten. Wir hatten jedoch unseren Umkehrdruck erreicht und deshalb gab Stefan das Zeichen „call the dive“. Am Retourweg haben wir dann nochmals die Höhle genossen und waren dann bald wieder beim Reel, das wir diesmal mitnahmen.

Alles in Allem war der erste Tauchtag vielversprechend und nach der Retourfahrt und dem Verstauen der Ausrüstung haben wir dann gleich für den nächsten Tag um 9:00 wieder vereinbart.

 

 

Zweiter Tauchtag – Bel Torrente

Copyright Protec Sardinia

Auch an diesem Tag war wieder Treffpunkt an der Basis für die Vorbesprechung und zum Verladen der Ausrüstung. Das Briefing hielt diesmal Bruno ab, der uns die Einzelheiten der Höhle erklärte. Nach dem Verladen des Materials ging es mit dem Boot ca. 20 Minuten zum Höhleneingang. Wir machten unsere Predive Checks und begannen den Tauchgang wieder mit der Stage. Stefan verlegte das Reel bis zur Mainline, die ca. 70m im Höhleninneren beginnt. Das Festmachen an der Mainline war etwas lästig, da sich dieser Tieoff inmitten einer Halocline befindet. Nachdem auch das geschafft war, konnten wir die Höhle genießen. Die Tiefe betrug durchschnittlich 4m und daher hatten wir jede Menge Zeit und Gas zur Verfügung. Der Hauptgang zieht sich mit einigen Biegungen ins Inselinnere und hat immer wieder Auftauchstellen. An vielen Stellen ragen Stalaktiten von der Höhlendecke durch die Wasseroberfläche und wirken von unten wie gespiegelt. Der Boden ist meist mit Sanddünen bedeckt, an manchen Stellen mit Felsbrocken. Auch in dieser Höhle gibt es mehrere Jumps, die in Seitengänge führen. Im hinteren Bereich kommt man in einen Teil der nur mehr mit Süsswasser gefüllt ist und die Temperatur fällt schlagartig von 19 Grad auf 14 Grad und durch die 3mm Handschuhe fühlt sich das kurzfristig sogar kalt an. Nach ca. ½ Minute vergeht das Kältegefühl allerdings, da einen die Höhle immer wieder ablenkt. Kurz danach kommt man auf eine Auftauchstelle, an der wir eine kurze Pinkel- und Trinkpause einlegten. Danach geht es durch eine kurze Engstelle und an einem weiteren Jump vorbei. Wir sind dann weiter bis zum ersten T und haben dann umgekehrt. Der Retourweg verlief ereignislos und nach 80min sind wir am Boot aufgetaucht.

Wir sind dann für die Oberflächenpause an den Strand von Cala Luna gefahren und haben dort unsere Jause verspeist. Nach ca. 1 Stunde sind wir wieder retour an die Bel Torrente.

Auch diesmal sind wir wieder mit der D12 für den zweiten Tauchgang gestartet. Das Reel war vom ersten Tauchgang noch an Ort und Stelle und ohne die Stage ging es flott voran. Wir kamen an den Auftauchstellen und der Engstelle vorbei, hatten noch genug Gas und schwammen weiter zum T. Wir entschieden uns für die linke Abzweigung, die nach einigen Minuten zu einer Auftauchstelle führt, wo dieser Gang endet. Wir waren auch kurz vor unserem Umkehrdruck und machten uns daher auf den Weg raus. Auch diesmal dauerte der Tauchgang 80min. und danach waren wir wieder an Bord. Während wir uns umgezogen haben, ging es bereits wieder retour nach Cala Gonone.

 

 

Dritter Tauchtag – Bue Marino – Cala Luna

Reel an der Mainline - ready to go!

Wie gehabt, Treffpunkt und Vorbesprechung um 9 Uhr an der Basis, danach Material ins Auto und dann ins Boot, das wir diesmal für uns alleine hatten. Wir fuhren mit Bruno zur Bue Marino, die bekannteste der Höhlen in diesem Gebiet. Es gibt drei unterschiedliche Bereiche der Höhle: Den Ramo Süd, das ist der Trockenteil der touristisch erschlossen ist und in dem Führungen angeboten werden; der Ramo Mitte und Ramo Nord sind nur unter Wasser zugänglich. Der bisher explorierte Bereich reicht deutlich über 3km weit und scheint noch einiges weiter zu führen. Wir hatten allerdings nicht so große Ambitionen. Zuerst taucht man unter einer nur wenige Meter breiten Schwelle in die Eingangsgrotte, wo man auftaucht und in aller Ruhe den Predive Check durchführen kann. Dort befestigt man dann auch das Reel mit dem Primary Tieoff, da man in diesem Bereich noch genügend Tageslicht hat und sogar den Weg der Touristenhöhle über sich sieht. Da die Mainline bereits wenige Meter weiter beginnt, macht man den Secondary Tieoff schon auf wenigen Metern Strecke. Die Sichtbedingungen waren nicht besonders gut (nur wenige Meter) und stellenweise konnte man weder Wände noch Boden oder Decke sehen, da die Höhle entsprechend groß ist. Also folgt man der Leine ins Dunkle und wartet was da kommt. Wir sind dann am ersten T in Richtung Ramo Nord abgebogen und langsam wurde die Sicht etwas besser. Im hinteren Teil klarte es dann auch noch richtig auf und nach 30min waren wir am 2. T angekommen. Wir entschieden uns umzukehren (unsere Stage war bereits nahe dem Umkehrdruck) und stellten uns auf die schlechter werdende Sicht ein. Nach 54min sind wir wieder beim Reel angekommen, das wir diesmal mitnahmen, da wir uns einig waren, lieber in einer anderen Höhle den zweiten Tauchgang zu machen.

Nach einer kurzen Mittagspause im Schatten des Eingangsbereiches der Bue Marino hat uns Bruno dann ein Stück weiter zur Cala Luna geführt, an der wir bereits unsere ersten beiden Tauchgänge gemacht hatten. Obwohl wir das Reel legen mussten, kamen wir zügig voran und wir konnten den Teil den wir bei unseren ersten Tauchgängen schon kennen lernten hinter uns lassen und noch weiter in die Höhle vordringen. Die Sicht war hervorragend und nachdem es zwischendurch bis auf 19m Tiefe ging kamen wir etwas höher durch eine ausgeprägte Halocline. Das oben liegende Süsswasser war absolut transparent, was den Temperatursprung beinahe vergessen ließ. Kurz darauf sind wir am ersten T angekommen. Ein Check unserer Finimeter ergab, dass wir nur mehr einige Bar vom Umkehrdruck entfernt waren und so begaben wir uns auf den Rückweg. Die Entscheidung den zweiten Tauchgang hier zu machen hatte sich vollkommen ausgezahlt. Nach 60 Minuten sind wir an der Bootsleiter aufgetaucht und Bruno hat uns sogleich die Flossen abgenommen. Nachdem wir aus den Geräten und Anzügen raus waren, gings in flottem Tempo retour in den Hafen.

 

 

Vierter Tauchtag – Grotta del Fico

Für heute war die Grotta del Fico eingeplant. Auch diese Höhle ist, wie die Bue Marino, im Trockenteil für Touristen erschlossen. Die Fahrtzeit vom Hafen von Cala Gonone aus bis zur Höhle beträgt mit dem Schlauchboot ca. 25min. Dort angekommen macht man sich etwas neben dem Bootsanleger für die Touristenschiffe für den Tauchgang bereit, bevor man hinter einem weißen Felsen in die Passage taucht, die zur Höhle führt. Auch bei dieser Höhle macht man den Primary Tieoff im Meer, bevor man sich auf den ca. 90m langen Weg zur Mainline macht. Im Eingangsbereich ist heller Sandgrund und die Wände ragen zu beiden Seiten hoch. Es geht dann bis auf 1m Wassertiefe hinauf zu einer Auftauchstelle, an der der Trockenteil der Höhle vorbeiführt. Unmittelbar dahinter beginnt die Höhle abzufallen und die Mainline beginnt. Die Höhle selbst windet sich unaufhörlich in das Landesinnere und hat kaum eine längere gerade Passage. Der Tunnel ist relativ eng und man hat das Gefühl wie in einer Röhre bzw. Wasserrutsche. Die Wände sind auffallend hell und die Sicht wird nur kurz hinter dem Beginn der Mainline durch eine Schicht Schwefelwasserstoff getrübt, ansonsten ist das Wasser klar. Damit hat man den Eindruck, dass die Höhle sehr hell ist und nicht so eng wirkt, wie sie eigentlich ist. Nach 10 Minuten kommt man an eine Engstelle, die mit der Stage nicht zu passieren ist. Wir haben daher die Stage am hinteren Ende ausgeclippt und zwischen die Beine genommen. So gings dann durch diese Engstelle und dahinter war der Tunnel auch schon wieder breiter. Wir sind dann weiter bis zu einem Schacht der bis auf 20m Tiefe führt und dahinter dem Tunnel noch ein Stück weit gefolgt. Nachdem ich bei diesem Tauchgang die Kamera dabei hatte, brauchten wir doch einige Zeit bzw. Gas, sodass wir relativ rasch unseren Umkehrdruck erreicht hatten. Am Weg raus ergaben sich auch noch einige tolle Einstellungen und nach einer Stunde saßen wir wieder am Boot.

 

 

Grotta del Fico

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Diese Höhle wollten wir uns natürlich nochmals ansehen und wir sind daher wieder für einen zweiten Tauchgang mit dem Rückenpaket hinein. Wie an den Tagen zuvor gings auch diesmal am bereits betauchten Teil zügig vorbei und wir kamen bis ans erste T. Dort entschieden wir uns für die linke Abzweigung, mussten aber bereits nach wenigen Metern feststellen, dass hier die Leine und der Gang zu Ende sind. Also doch rechts weg. Die Höhle führt durch einen Schacht von 16m auf 6m rauf und windet sich weiter ins Landesinnere. Die Sicht bleibt hervorragend und der Charakter der Höhle bleibt auch derselbe. Immer wieder kommt eine neue Kurve oder die Tiefe ändert sich, niemals wird es langweilig. Leider mussten wir lange bevor wir wollten umkehren, da unsere Finimeter beim Umkehrdruck angelangt waren. Nach 75min Tauchzeit sind wir dann beim Boot angekommen, wo uns Bruno wieder aus dem Wasser half. Auch an diesem Tag waren wir die einzigen Taucher und so konnten wir sofort ablegen. Zuerst gab es nur langsame Fahrt voraus, damit wir aus den Anzügen raus konnten und unsere Geräte versorgen konnten, danach fuhren wir mit voller Kraft zurück nach Cala Gonone.

 

 

Grotta del Fico - Exit

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Fünfter Tauchtag – Euphoria – Utopia

Stefan am Weg zur Utopia

Gestern legten wir einen tauchfreien Tag ein und prompt war auch schlechtes Wetter! Der Wind frischt stark auf und die Temperatur sank auch um einige Grad. Ab Nachmittag setzte dann auch zeitweise Regen ein. Dafür waren wir für unseren letzten Tauchtag dann umso motivierter und warteten voller Ungeduld am Morgen, dass es endlich los ging. Für heute waren zwei Höhlen geplant. Da wir zwei Gruppen zum Höhlentauchen am Boot waren, wurde ausgemacht, dass wir uns bei den Höhlen abwechseln würden. Die Höhlen waren die Euphoria und die Utopia, zwei vom Charakter her völlig unterschiedliche Höhlen, die nahe beieinander lagen und auch eine Verbindung untereinander haben.

Unser erster Tauchgang führte in die Euphoria, ein sich ständig windender Tunnel, der dunkle Wände hat und sehr eng ist. Wir haben daher den ersten Tauchgang auf Anraten von Bruno nur mit dem Rückenpaket gemacht und fanden die Entscheidung richtig. Stellenweise war der Gang so eng, dass es mit der Stage nicht weitergegangen wäre und wir nur unnötig aufgehalten worden wären. Stefan legte das Reel und ich war mit der Kamera hinter ihm. Durch den engen Tunnel ließ es sich an einigen Stellen nicht vermeiden etwas Sediment aufzuwirbeln. Dadurch, dass die Höhle sehr felsig ist, stellt das aber kein Problem dar und die Sicht litt nicht wirklich darunter. Das Profil geht ständig auf und ab und läuft meist zwischen 8m und 20m. Im hinteren Bereich wird es dann tiefer und auf einer Tiefe von 40m gibt es einen Jump in den Haupttunnel der Utopia. Unsere Maximaltiefe war bei diesem Tauchgang 21m und daher kamen wir nicht bis zum Jump. Nach 30 Minuten waren wir wieder bei unserem Reel und einige Minuten später wieder im Freiwasser. Die Oberflächenpause haben wir wie üblich am Boot verbracht.

 

 

Euphoria

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Stefan im Eingang der Utopia

Etwas über eine Stunde später sind wir dann wieder ins Wasser. Nach den üblichen Predive Checks gings dann auf 12 Meter Tiefe wo sich der Höhleneingang befindet. Dieser führt schachtförmig senkrecht nach unten, wo sich dann in 24m die Höhle in Richtung Landesinnere erstreckt. Stefan hat den Primary Tieoff direkt am oberen Rand dieses Eingangsschachtes gemacht und auch halbem Weg nach unten den Secondary. Bereits nach wenigen Metern trifft man in der Mitte des Tunnels auf die Mainline. Der Charakter dieser Höhle ist das komplette Gegenteil der Euphoria. Die Utopia ist von den Ausmaßen her eher ein Eisenbahntunnel und man kann mit 18W HID telweise kaum die Wände ausleuchten, obwohl die Sicht sehr gut ist. Die Mainline führt zielstrebing ins Inselinnere und die Dimensionen lassen erahnen, dass diese Höhle nicht so schnell zu Ende ist. Bruno hat uns erzählt dass im hinteren Teil eine Tiefe von 120 Metern erreicht wird und der erforschte Teil deutlich über 3km hinausreicht. Wir sind dann etwas früher umgedreht! Bereits im vorderen Bereich ist die Leine auf einer Tiefe von ca. 32m und unsere Gasplanung mit einer Stage und dem Rückenpaket als Bailout ließ keine allzulange Penetration zu, zudem wir einiges an Deko sammelten, bevor wir wieder retour beim Ausgang waren. Den Aufstieg im Schacht haben wir diesmal besonders genossen, da wir wussten, dass das für diesmal der letzte Tauchgang sein sollte. Im Schacht haben wir unseren ersten Stopp absolviert, bevor es für den Rest der Deko ins offene Meer ging. Die Zeit verging schnell, da wir der Brandung von unten zusehen konnten, wie die Wellen die Küste bearbeiten und uns durchschaukelten.

 

 

Utopia

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Resumeé

Thorsten "Toddy" Wälde

Leider vergingen die Tage viel zu schnell! Wir konnten uns einen tollen Eindruck von den Höhlen im Golfo di Orosei machen und haben richtig Lust auf mehr bekommen. Die Basis Protec Sardinia ist für diese Tauchgänge der ideale Ausgangspunkt und Toddy mit seinem Staff sorgen dafür, dass alles glatt läuft. Die Leinenführung in den Höhlen ist absolut perfekt und macht es sehr einfach vernünftige Tauchgänge zu machen. Wenn man an der Mainline bleiben will, kann man ausgedehnte Tauchgänge machen, da im vorderen Teil der Höhlen keine T´s gelegt sind, sondern mit Jumps gearbeitet wird. Weiter hinten gibt´s dann das ein oder andere T. Für Tauchgänge, die eine komplexe Navigation erforderlich machen, gibt es allerdings auch genügend Möglichkeiten. Und auch für fortgeschrittene Höhlentaucher eignen sich die Systeme, da die Ausmaße der einzelnen Höhlen weit ins Landesinnere führen und teilweise noch nicht bis zum Ende betaucht wurden. Die einzigen Wünsche, die offen blieben, sind die nach weiteren Tauchgängen, aber das muss wohl noch einige Zeit warten, bis wir wieder kommen.

 

Phillip